Anstatt von Vermutungen auszugehen, sollten wir kurz aufschlüsseln, woraus Ihre Daten bestehen könnten. In einem Projekt der Georgetown University zur Datenethik werden Daten als alle Informationen definiert, die für einen bestimmten Zweck verwendet werden können, z. B. für statistische Analysen. Dazu können Ihre Adresse, Telefonnummer und demografische Informationen gehören, aber auch Ihre Vorlieben, z. B. wo Sie einkaufen, welche politischen Ansichten Sie haben oder welche Sendungen Sie sehen.
All dies ist im Internet über die Nachverfolgung von Anwendungen und Websites verfügbar; oft stimmen Sie dem über Endbenutzer-Lizenzvereinbarungen (EULAs) zu, ohne viel darüber nachzudenken. Dabei handelt es sich um Verträge zwischen Ihnen und einem Unternehmen, in denen festgelegt ist, wie Sie dessen Produkte und Dienstleistungen nutzen können und was mit Ihren Daten geschehen darf und was nicht.
Ihre Daten mögen harmlos erscheinen, aber für die Unternehmen sind sie digitales Gold, das nur darauf wartet, ausgebeutet zu werden. Über EULAs sammeln einige Unternehmen Ihre Daten und Vorlieben und verkaufen sie dann an Anbieter für gezielte Werbung oder Marktforschung.
Wahrscheinlich ist Ihnen das schon einmal aufgefallen: Sie suchen nach einer Auslandsreise, und plötzlich sehen Sie auf YouTube Werbung für Gepäckstücke oder Reisepakete. Diese Art der Datenerfassung mag harmlos erscheinen, aber sie nimmt einen viel dunkleren Ton an, wenn sie für politische Manipulationen, die gezielte Ansprache gefährdeter Bevölkerungsgruppen oder die Verbreitung von Fehlinformationen eingesetzt wird.
Was können Sie also tun, wenn Unternehmen ständig Informationen über Sie sammeln? Für manche Menschen ist dieser Kompromiss akzeptabel - die Preisgabe von Daten für den Zugang zu einem kostenlosen Spiel mag fair erscheinen. Aber es ist nur fair, wenn Sie sich dessen bewusst sind.
Die Zustimmung ist entscheidend. Einige Regierungen haben Gesetze erlassen, die die Unternehmen dazu verpflichten, den Nutzern mitzuteilen, welche Daten gesammelt wurden, und ihnen sogar die Möglichkeit zu geben, die Einwilligung zu widerrufen, wenn sie dies wünschen. Denken Sie daran: Als Nutzer sollten Sie selbst entscheiden können, wann, wo und wie Ihre Daten verwendet werden, ganz gleich, wo Sie leben.