Schwarze Charaktere und Schöpfer waren schon immer auf oder hinter Ihrem Computerbildschirm zu finden. Angefangen von frühen, starren Sportbildern in Titeln wie Mike Tyson's Punch-Out!! (1987) über auswählbare Charaktere in multikulturellen Kampfspielen wie der Street Fighter- und Mortal Kombat-Reihe bis hin zu moderneren, respektablen, nuancierten Rollen wie Hazel aus South of Midnight- der steinige Weg der Repräsentation Schwarzer in Videospielen war sowohl von Misserfolgen als auch von Triumphen geprägt. Und doch entsteht ein komplizierter, verpixelter Wandteppich, wenn wir einfach den Kameramodus wechseln und uns einen Moment Zeit nehmen, um alles in einen Kontext zu setzen.
Sportspiele waren oft der erste Vorbote schwarzer Bilder in verpixelter Form. Titel wie Heavyweight Champ und Mike Tyson's Punch-Out!! sind Zeugnisse dafür. Gleichzeitig waren stereotype Darstellungen wie diese und unterstützende Nebenrollen oft die einzige Möglichkeit, diese Gesichter zu sehen. In den späten 80er und frühen 90er Jahren begann sich die Landschaft zu erweitern. In Beat 'em ups wie Streets of Rage lernten die Spieler Adam Hunter kennen, ein Kernmitglied des spielbaren Trios. Run-and-Gun-Titel wie Quartet stellten Charaktere wie Edgar vor und boten den Spielern mehr Handlungsfreiheit und Präsenz. Kampfspiele, Sportsimulationen und Arcade-Kabinette schafften still und leise Platz - selbst wenn dieser Platz unvollkommen war. Jenseits der Sidekick-Rollen veröffentlichte der heute nicht mehr existierende Londoner Entwickler Computer Rentals Limited (CRL) 1986 auf dem Commodore 64 eines der ersten Einzelspielerspiele mit schwarzer Steuerung, Cyborg, das 1987 unter dem Namen Mandroid neu aufgelegt wurde. Die Bilder vor dem CRT-Monitor waren oft flüchtig, aber die Autoren dahinter erzählen eine andere Geschichte.
Was sich hinter dem Bildschirm befindet, ist genauso wichtig wie das, was sich vor dem Bildschirm befindet. Schwarze Technologinnen und Technologen haben im Laufe der modernen Geschichte wesentlich dazu beigetragen, den Grundstein für das zu legen, was aus den Spielen geworden ist: Jerry Lawson war der Pionier der Heimvideospielkassette, die austauschbare Spielesammlungen ermöglichte. Ohne diese Innovation gäbe es die Konsolenindustrie, wie wir sie kennen, vielleicht nicht. Edward Smith trug zur APF Imagination Machine bei, einem frühen hybriden Computer-Konsolen-System, das die Grenzen zwischen Spiel und Programmierung verwischte. Marian Croak entwickelte grundlegende Voice-over-IP-Technologien, die der modernen Online-Kommunikation zugrunde liegen - eine Technologie, die den Chat im Spiel und Multiplayer-Ökosysteme ermöglicht. Muriel Tramis verlieh den frühen Abenteuerspielen erzählerische Tiefe und eine kulturelle Perspektive und erweiterte damit die Möglichkeiten interaktiver Medien, Geschichten zu erzählen. Diese Beiträge sind nur einige der schwarzen Schöpfer, die den Weg für die heutigen modernen Spiele geebnet haben.
Wie jedes andere Medium stehen rassische Minderheiten vor der ständigen Herausforderung der Auslöschung aus der Vergangenheit, der Gegenwart und der imaginären Zukunft der Branche. Die Geschichte bleibt undokumentiert. Beiträge werden nicht gewürdigt. Charaktere erscheinen ohne Kontext. Bei näherer Betrachtung erzählen die Aufzeichnungen jedoch eine umfassendere Geschichte. Schwarze Figuren und Schöpfer gab es schon immer. Und auch wenn die Vergangenheit ein steiniger Weg war, so wird der Weg in die Zukunft mit Absicht, Eigentum und Sichtbarkeit geebnet.